Dienstag, 12. Juli 2011

Perle des Südens - Hafer & Seide

Diese Seife lässt mich gedanklich nach Marrakesch reisen - oder ein wenig naheliegender, in einen Esoterik-Laden mit seinem Duft nach Räucherstäbchen und Patchouli...

Das Rezept - halb Olive, je ein Achtel Babassu  und Kokos, ein Viertel Reiskeim und eine Hand voll Haferflocken. Die "Perlen" bestehen aus der Seidenseife, die sich nicht richtig aus der Form lösen ließ. Wie ich mittlerweile feststellen durfte, ist diese Seife übrigens ein reines Schaumwunder - ich freue mich schon unglaublich darauf, sie anzuwaschen, aber da werde ich mich noch bis Weihnachten gedulden. 

Hier ist der Kurztripp nach Marokko:

Tabú Dorado

... oder goldenes Tabu, so heißt diese Luxussseife basierend auf dem aufgemotzten 25er-Rezept mit Shea, Babassu, Mandel und Olive - und leider mit Perubalsam, von dem ich erst im Nachhinein darauf hingewiesen wurde, dass er seit 2005 nicht mehr in Kosmetik verwendet werden darf. Wie unglaublich schade! Perubalsam scheint besonders allergen zu sein und nun habe ich eine Seife, die mich an die verbotene Frucht denken lässt... verführerisch und aufregend duftend, süß-balsamisch, harzig und weich... und so tabu. Mutig, wer dieser Versuchung nachgeben wird. Ich glaube, ich werde erst dann meinen Frieden finden, wenn ich sie nachgesiedet habe - ohne Perubalsam. Zutaten sind alle da, nur die Schokolade muss ich noch kaufen. 

Samstag, 9. Juli 2011

Das Olivenölseifenprojekt geht in die nächste Runde

... leider ging es aber auch ein bisschen in die Hose.

Es sollte ein Luxusteil werden, ich habe nur eine geringe Menge hergestellt und dabei meine neuen Einzelformen eingeweiht - wunderschöne Formen mit netten Details. 
Die Seife besteht zu 50% aus Olivenöl sowie aus Babassu, Mandel und 5% Rizinusöl und ich habe auf die GFM 1% Seide zugegeben. Die Duftmischung Ylang-Ylang, Lavendel, Geranium und Bittermandel macht sich auch gut. Aufgrund des hohen Anteils an Olive sowie dem Zusatz von Rizinus habe ich die Wassermenge um 20% reduziert und musste gegen Ende schnell arbeiten, was dazu geführt hat, dass die Seife nicht so geschmeidig in die Form kam, wie gewünscht.
Nur kam sie noch viel ungeschmeidiger wieder heraus, leider. Zwei Tage später war sie immer noch sehr weich und ich bekam mit Ach und Krach die 4 aus der quadratischen Form, eine der beiden Monde kam verlustreich heraus und die andere gar nicht. Noch länger konnte ich nicht warten, da ich zum einen recht hoffnungslos war, dass das in nächster Zeit besser werden würde und ich die Formen auch brauche, da ja schon in weniger als 6 Monaten Weihnachten ist ;-) ...
Der klägliche Rest des völlig misslungenen Mondes wurde zu Bällen verarbeitet, die ich irgendwann mal als Bubbles in eine Seife einbauen werde. 
Der andere Mond versteckt sich im Schrank.
Die viktorianischen Quadrate können sich einigermaßen sehen lassen.

 Das obere Bild zeigt die tatsächliche Farbe, das untere, mit Blitz aufgenommene, die schöne Struktur.

Was ich definitiv schon sagen kann: Sie macht den besten Schaum, den ich bisher hatte. Das kündigte sich an, als ich den Topf zwei Tage später auswusch. Ich hätte mich am liebsten direkt reingelegt, der Wahnsinn... herrlich, große Blasen, weich und reichlich. Und es gibt nur 5 Stücke.

Heute ging es weiter mit einem echten Luxusstück und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, was dabei herauskam. Die festen Fette des neuen Leckerbissens sind Babassu und Shea, die flüssigen Olive und Mandel. Und eine ganz leckere Bitterschokolade, als i-Tüpfelchen Perubalsam. Die Form habe ich mit Goldpuder ausgestaubt und überlege nun fieberhaft, wie sie sich nennen darf. Und, wie sie aus der Form kommt...

Donnerstag, 30. Juni 2011

Und noch so ein totales Mädchenteil

Seife Nummer zwei für die Mädchenrunde:

So sieht sie angeschnitten aus!


Sie wurde also tatsächlich noch rot und wie! Dennoch muss ich zwei große Baustellen bei mir erkennen: Marmorieren und Ausformen sind so GAR nicht meins. Daher werde ich wohl demnächst ein bisschen die Löffeltechnik üben, das geht mit dem 25er-Rezept sicher gut und was das Ausformen angeht, habe ich eine klitzekleine Investition in Einzelformen getätigt. Na gut, ich mag eigentlich die Blöcke am liebsten, da werde ich halt so meine Erfahrungen sammeln. Und mir trotdem irgendwann einen Dividor kaufen.  ;)

So sah Miss Strawberry noch vor ein paar Tagen aus:




Das 25er-Rezept einmal mit rotem (!) Pigment, einmal mit Basilikum gefärbt.
Der "rote" Teil ist beduftet mit Champagner-Erdbeere, der grüne, der eigentlich als Topping geplant war, duftet leicht nach Vanille. Naja, der Leim war dann doch zu flüssig und so plumpste das Grün in das "Rot", also habe ich mal so getan, als könnte ich marmorieren. Bin gespannt, wie sie angeschnitten aufssieht. Und ob aus dem Pink noch ein Rot wird.

Sonntag, 26. Juni 2011

Ein neues Stillleben



Teil 1 einer Olivenöl-Reihe: Geplant sind verschiedene Variationen, die erste hier hatte 50% Olivenöl, 25% Kokos, 20% Avocado, 5% Rizinus und gemessen an der Gesamtfettmenge 25% Meersalz sowie 10% Quark (20% Fett i. Tr.).

Sie ist noch weit davon entfernt, "fertig" zu sein und man darf mit Spannung abwarten, wie sie sich farblich noch verändern wird: Heute morgen kam sie orange aus der Form.

Sonntag, 12. Juni 2011

Raffaels Kuschelschaum - die totale Mädchenseife :) und ein Samstagabendthriller

... Mädelsabende sind ja per se schon mal immer was schönes und beim letzten Mal haben wir unseren Abend auch noch in einer Seifenidee verewigt: Raffaello-Seife stand ganz groß auf der To-Do-Liste und wurde gestern Abend dann endlich gesiedet. 

Ich hatte dann erst mal meinen ganz persönlichen Samstagabend-Thriller... 

Zuerst wurde frische Mandelmilch angesetzt, damit auch die Lauge etwas ganz besonderes wird. Sie wurde auch in meiner Siedekarriere ein ganz besonderes Erlebnis, als ich bei der abgekühlten Lauge eine ganz dicke, feste Schicht irgendwas auf der Oberfläche entdeckte. Muss wohl von den Mandeln kommen, ich tippe auf Fett, wobei... das müsste ja gleich verseift sein?!

Nun ja, um auszuschließen, dass sich darin Laugennester bilden, gab es erst mal ein kleines Treatment mit dem Pürierstab und gleich mal eine Runde Sieben.

Dann verlief die Sache erst einmal recht unspektakulär, ein Behälter mit Titandioxid wartete darauf, seinen Hälfte der Seife abzubekommen, Ziel war ein schönes cremeweiß-nussfarbener Muster (z. B. ein (Table-)spoon swirl. 

So war es *gedacht* - bis die Parfumöle kamen: Kokosnuss, Bittermandel und Vanille. Auf ein kg Fett kamen die kompletten 10ml Kokos (duftet nur sehr schwach, finde ich) plus ein paar Tröpfchen der anderen beiden. Ich kann schon mal vorwegnehmen, die Mischung ist oberlecker.

Nur wurde der Seifenleim mit den PÖ sehr schnell sehr dick - hatte ich schon befürchtet, aber gleich SO?!

TiO wurde noch schnell drunterpüriert und dann hatte ich Glück, dass ich mit dem Rührlöffel überhaupt noch einzelne Portionen entnehmen und in die Form befördern konnte. Das Topping ging nur mit Ächzen, Schweiß und Zittern gerade noch so. 

Najaaaaa... aber ganz mies ist das Ergebnis dann auch wieder nicht geworden.

Es ist eine *richtige* Mädelsseife und da mir "Raffello" allein zu sehr an die doofe Werbung mit der Frau mit dem weißen Hut und zu viel knallroten Lippenstift erinnert, kamen zwei Dinge dazu, die Mädels einfach mögen:

******Kuscheln und Schaum******

Voilá... Still Life Soap Productions proudly presents:

Raffaels Kuschelschaum 
mit Mandelmilch, Kokosöl, Mandelöl, Kakaobutter, Bienenwachs und "dreimal R" ;), 9,5% Überfettung - mindestens.


Bienenwachs und Kakaobutter schmelzen im Topf...


... die flüssigen Öle sowie Titandioxid warten auf ihren Einsatz


Leider konnte ich zwischenrein keine weiteren Bilder machen, da ich für den Blitzbeton schon mindestens drei Arme mehr hätte brauchen können. Aber das Topping habe ich wieder geknipst - vor den Kokosflocken.
Und so kam sie heute aus der Form und unter's Messer.





Der Duft ist wie gesagt herrlich. Nur gab es m. E. keine Gelphase - sie war zwar im Ofen, aber scheinbar gab der nicht genug Bumms. Jetzt müssen vier Mädels mindestens 4 Wochen Geduld haben.